Max Frisch und die Schweiz ohne Armee Wiki
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"In einer Luxus-Klinik redet mich ein Landsmann an. Wie ich denn über einen Betritt zur UNO denke. In der Sauna rede ich ungern. Ein Beitritt zur UNO, sagt er, das bringt uns nichts! - Und so befindet ja auch unser Schweizer Volk. Wuchtig! Die Idee, dass Wir etwas bringen, ist eine unschweizerische Idee, Jonas."[1]

[Text, der die Problematik aufzeigt, wieso die Schweiz erst 2002 der UNO beigetreten ist]

Im März 1982 verkündete der Bundesrat, dass die Schweiz der UNO beitreten solle. Sofort formierten sich die Gegner des UNO Beitrittes. Sie befürchteten einen starken Neutralitätsverlust der Schweiz. Die UNO sei ein bürokratischer Mammut, der von Kommunisten und Drittweltstaaten wie Afrika für Ihre eigenen Zwecke missbraucht wird. Ein kleines Land wie die Schweiz könnte durch solchen Machtmissbrauch schnell ausgebeutet werden. Auch sei die Stadt Genf als Sitz der UNO voller russischer Geheimdienstagenten unter dem Deckmantel russischer UNO Beamter.

Mit dieser Argumentation gelingt es den Gegnern, immer mehr einflussreiche Persönlichkeiten auf Ihre Seite zu ziehen und viel Geld für Ihre Kampagne zu bekommen. Eine Umfrage zeigte im Frühling 1984, dass eine Mehrheit der Bürger den Beitritt ablehnte.

Die Befürworter des UNO Beitrittes argumentierten, dass nur noch ganz wenige Kleinstaaten wie Nord- und Südkorea und Lichtenstein nicht mit dabei wären und eine Vollmitgliedschaft Mitsprache bedeutete. Die Isolierung sei eine Schwächung der Schweiz in einer immer globaleren Welt. Die Neutralität sei auch nicht wirklich gefährdet, da die UNO noch nie militärische Sanktionen beschlossen hätte.

Im Dezember 1984 stimmte eine gute Mehrheit der Parlamentarier trotz der starken Kampagne der Gegner für einen Uno Beitritt.

Nun war es die Aufgabe der befürwortenden Parlamentarier, diesen Beschluss dem Volk näher zu bringen.

Da sie aber bereits überzeugt waren, dass das Volk sowieso nein stimmen würde, wollten sie sich nicht zu stark engagieren, damit die Niederlage dann auch nicht so schlimm wäre.

Bei der Abstimmung im März 1986 stimmte das Stimmvolk tatsächlich mit 75% gegen den Beitritt in die UNO ab.

Pierre Aubert, der grosse Verlierer meinte nach der Abstimmungsniederlage, dass die Welt und die UNO sich verändert kann und der Bundesrat zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Vorlage zurückkommen wird.

16 Jahre später, am 3. März 2002, gelingt der Schweiz dann mit einem knappen Ja der UNO-Beitritt.

  1. Max Frisch: Schweiz ohne Armee? Ein Palaver. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1992, S. 57f.

2. https://www.swissinfo.ch/ger/politik/uno-beitritt--das-ende-des-schweizer-paradoxes/32197544 (Stand: 5.11.2018)

3. https://www.nzz.ch/schweiz/das-uno-nein-von-1986-der-schweizer-sonderfall-in-gefahr-ld.152048 (Stand: 5.11.2018)

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