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Der Enkel blättert in einem blauen Taschenbuch. [...] Der Enkel zeigt den Buchtitel. "Das hast du geschrieben, Grossvater. [...] DIENSTBÜCHLEIN. 1974. Suhrkamp." Der Enkel steht und blättert weiter. "Lies bitte nicht weiter!" "Widerrufst du deine Literatur?"<ref>Max Frisch: ''Schweiz ohne Armee? Ein Palaver''. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1992, S. 12.</ref>
 
Der Enkel blättert in einem blauen Taschenbuch. [...] Der Enkel zeigt den Buchtitel. "Das hast du geschrieben, Grossvater. [...] DIENSTBÜCHLEIN. 1974. Suhrkamp." Der Enkel steht und blättert weiter. "Lies bitte nicht weiter!" "Widerrufst du deine Literatur?"<ref>Max Frisch: ''Schweiz ohne Armee? Ein Palaver''. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1992, S. 12.</ref>
   
Blätter aus dem Brotsack ist ein Tagebuch welches von dem Schweizer
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Blätter aus dem Brotsack ist ein Tagebuch, welches von dem Schweizer
Schriftsteller Max Frisch geschrieben wurde. Er schrieb es während seiner
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Schriftsteller Max Frisch geschrieben wurde. Er schrieb es während seinem
ersten Militärdienstperiode im Zweiten Weltkrieg als Kanonier im Herbst 1939. Das
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ersten Militärdienst im Zweiten Weltkrieg als Kanonier im Herbst 1939. Es erschien das
Werk hat viele Gemeinsamkeiten mit Frischs 1935 erschienenem Tagebuch eines
 
Soldaten, welches aber literarisch viel weniger bedeutsam ist. Es erschien das
 
 
erste Mal im Dezember 1939 unter dem Namen Aus dem Tagebuch eines Soldaten in
 
erste Mal im Dezember 1939 unter dem Namen Aus dem Tagebuch eines Soldaten in
der Zeitschrift Atlantis. 1940 wurde es schlussendlich überarbeitet und mit dem
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der Zeitschrift Atlantis. 1940 wurde es überarbeitet und mit dem
jetzigen Titel versehen. Dies war sein erstes Werk nachdem er sich zwei Jahre
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jetzigen Titel versehen. Es war sein erstes Werk nachdem er sich zwei Jahre
zuvor geschworen hatte, wegen mangelndem Talent, mit dem Schreiben aufzuhören.
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zuvor geschworen hatte, mit dem Schreiben aufzuhören, weil er fand, dass er untalentiert sei.
 
Es ist unklar, ob er dieses Buch nur für sich selbst schrieb oder doch literarische
 
Es ist unklar, ob er dieses Buch nur für sich selbst schrieb oder doch literarische
 
Absichten hatte.
 
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Das Dienstbüchlein ist ein 1974 erschienenes Werk von Max Frisch
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Das Dienstbüchlein ist ein 1974 erschienenes Werk von Max Frisch,
nach dem gleichnamigen Ausweis der Schweizer Soldaten benannt. Das
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nach dem Ausweis der Schweizer Soldaten benannt. Das
 
Dienstbüchlein ist eine Art Neuinterpretation von seinem Buch Blätter aus dem
 
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Im Dienstbüchlein äussert er sich aber viel kritischer
 
Im Dienstbüchlein äussert er sich aber viel kritischer
 
gegenüber der Schweizer Armee als noch in Blätter aus dem Brotsack. Während er
 
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In Blätter aus dem Brotsack für die bewaffnete Landesverteidigung eintrat,
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In Blätter aus dem Brotsack für die Armee eintrat,
äussert er sich im Dienstbüchlein dagegen und thematisiert vor allem die Kooperation
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äussert er sich im Dienstbüchlein dagegen und thematisiert vor allem die Dinge, die die Schweiz falsch gemacht hatte wie Kooperation
 
mit dem Dritten Reich. Mit dem Dienstbüchlein stellt er sich klar als
 
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Armeekritiker dar. Man kann anhand dieser zwei Werke sehr gut Max Frischs
 
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Entwicklung vom stolzen Soldaten zum Armeekritiker beobachten.
 
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In Schweiz ohne Armee? liest der Enkel aus dem
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In "Schweiz ohne Armee?" spielt das Dienstbüchlein eine grosse Rolle. Der Enkel liest daraus vor. Der Grossvater reagiert darauf zuerst abweisend, lässt sich dann aber immer mehr auf die Diskussion mit dem Enkel ein. Blätter aus dem Brotsack wird auch kurz erwähnt (Zitat 19), jedoch wird darauf nicht weiter eingegangen.
Dienstbüchlein vor. Blätter aus dem Brotsack wird auch erwähnt (zitat oben)
 
jedoch wird darauf keinen genaueren Bezug genommen.
 
   
 
Quellen:
 
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Aktuelle Version vom 8. November 2018, 08:37 Uhr

Blätter aus dem Brotsack

"Es gibt ein Büchlein, das noch rührender ist, verfasst vor fünfzig Jahren: Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, das weisst du aus der Schule, Mobilmachung der schweizerischen Armee -"[1]

Dienstbüchlein

Der Enkel blättert in einem blauen Taschenbuch. [...] Der Enkel zeigt den Buchtitel. "Das hast du geschrieben, Grossvater. [...] DIENSTBÜCHLEIN. 1974. Suhrkamp." Der Enkel steht und blättert weiter. "Lies bitte nicht weiter!" "Widerrufst du deine Literatur?"[2]

Blätter aus dem Brotsack ist ein Tagebuch, welches von dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch geschrieben wurde. Er schrieb es während seinem ersten Militärdienst im Zweiten Weltkrieg als Kanonier im Herbst 1939. Es erschien das erste Mal im Dezember 1939 unter dem Namen Aus dem Tagebuch eines Soldaten in der Zeitschrift Atlantis. 1940 wurde es überarbeitet und mit dem jetzigen Titel versehen. Es war sein erstes Werk nachdem er sich zwei Jahre zuvor geschworen hatte, mit dem Schreiben aufzuhören, weil er fand, dass er untalentiert sei. Es ist unklar, ob er dieses Buch nur für sich selbst schrieb oder doch literarische Absichten hatte.

Das Dienstbüchlein ist ein 1974 erschienenes Werk von Max Frisch, nach dem Ausweis der Schweizer Soldaten benannt. Das Dienstbüchlein ist eine Art Neuinterpretation von seinem Buch Blätter aus dem Brotsack.

Im Dienstbüchlein äussert er sich aber viel kritischer gegenüber der Schweizer Armee als noch in Blätter aus dem Brotsack. Während er In Blätter aus dem Brotsack für die Armee eintrat, äussert er sich im Dienstbüchlein dagegen und thematisiert vor allem die Dinge, die die Schweiz falsch gemacht hatte wie Kooperation mit dem Dritten Reich. Mit dem Dienstbüchlein stellt er sich klar als Armeekritiker dar. Man kann anhand dieser zwei Werke sehr gut Max Frischs Entwicklung vom stolzen Soldaten zum Armeekritiker beobachten.

In "Schweiz ohne Armee?" spielt das Dienstbüchlein eine grosse Rolle. Der Enkel liest daraus vor. Der Grossvater reagiert darauf zuerst abweisend, lässt sich dann aber immer mehr auf die Diskussion mit dem Enkel ein. Blätter aus dem Brotsack wird auch kurz erwähnt (Zitat 19), jedoch wird darauf nicht weiter eingegangen.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A4tter_aus_dem_Brotsack [Stand 31.10.2018]

https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstb%C3%BCchlein_(Max_Frisch) [Stand 31.10.2018]

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/wie-max-frisch-von-der-schweizer-armee-demontiert-werden-sollte/story/11945635 [Stand 31.10.2018]

[Text, der die jeweiligen Werke Max Frischs in den Kontext der jeweiligen Zeit (1974, 1939) verortet und in Bezug zu "Schweiz ohne Armee? Ein Palaver" setzt]

  1. Max Frisch: Schweiz ohne Armee? Ein Palaver. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1992, S. 13.
  2. Max Frisch: Schweiz ohne Armee? Ein Palaver. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1992, S. 12.
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